Berlin,
07
März
2019
|
17:38
Europe/Berlin

Globale Umfrage zeigt: Weniger ist mehr!

Jeder zweite Deutsche würde ein alternatives Reiseziel ansteuern

Mehr als die Hälfte aller deutschen Reisenden glaubt, dass die Anzahl der Touristen in den beliebten Reisedestinationen in den letzten Jahren signifikant angestiegen ist – und ist genervt davon. Das ergab eine aktuelle, globale Umfrage, die Travelzoo, internationaler Herausgeber von Reiseangeboten, gemeinsam mit der weltweit führenden Reisemesse ITB Berlin und dem Marktforschungsinstitut Norstat durchgeführt hat. Ein weiteres Ergebnis: Die Deutschen wären sogar bereit, mehr Geld für ihren Urlaub auszugeben, um überlaufenen Reisezielen zu entgehen.

Berlin, 7. März 2019. Ein typischer Tag für viele Urlauber: Beim Frühstücksbüffet im Hotel stehen sie neben vielen anderen Touristen und drängeln sich um die Brotkörbe. Später am Strand liegen sie schon wieder Handtuch an Handtuch. Und wenn es schließlich zum Sightseeing geht, wird es wieder trubelig. Genau: Andere Touristen, die sich neben ihnen an den Bauwerken vorbei oder durch die Museen schieben. 

Das klingt vertraut? Für 53 Prozent der deutschen Reisenden schon. Sie haben das Gefühl, dass die Anzahl der Touristen an überbesuchten Reisezielen in den letzten fünf Jahren stark zugenommen hat. 60 Prozent waren zudem von den Touristenströmen in ihren Ferienresorts genervt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstitutes Norstat für Travelzoo.[1] Das Phänomen übermäßig bereister Destinationen führe, so glauben 61 Prozent der Befragten, zu stark überfüllten Stränden. 18 Prozent fürchten höhere Eintrittspreise und längere Wartezeiten an den Attraktionen (24 Prozent).[2]  

 

Die Hälfte deutscher Urlauber favorisiert Ziele fernab von überfüllten Touristenhochburgen

Die Deutschen machen kurzen Prozess: Jeder zweite deutsche Reisende (59 Prozent) würde auf ein alternatives Reiseziel ausweichen, zwei Drittel der Touristen (67 Prozent) auf eine andere Reisezeit, um vollkommen entspannt und in Ruhe den Urlaub genießen zu können. Doch die deutschen Urlauber wissen auch, dass das Problem damit nicht behoben sein wird: Jeder zweite Deutsche (65 Prozent) befürchtet zudem, dass die vielen Menschen die Natur am Ferienort schädigen könnten. 42 Prozent sorgen sich um die Folgen für die Bevölkerung vor Ort. Über die Hälfte (51 Prozent) wäre auch bereit, lokale Produkte zu kaufen und zu essen, um die Einheimischen vor Ort zu unterstützen. Jeder Dritte (33 Prozent) würde den Strand an seinem Ferienort selber säubern. Auch die betroffenen Destinationen werden aktiv und kämpfen gegen die Touristenströme: Erste Regulierungsmaßnahmen hat die kroatische Touristenstadt an der Adria Dubrovnik kürzlich eingeführt, in der täglich nur noch zwei Kreuzfahrtschiffe anlegen dürfen. Auch Venedig zieht die Notbremse: Ab Mai werden Tagestouristen wahrscheinlich Eintritt bezahlen müssen, um die Stadt zu besichtigen. 

 

Bis zu 1.000 Euro Extrabudget für einen ruhigen Urlaub

„Wer zeitlich und örtlich nicht festgelegt ist, der hat verschiedene Möglichkeiten, weniger Touristen anzutreffen: In der Nebensaison gibt es Angebote, bei denen man nicht nur Geld spart, sondern auch seinen Urlaub entspannt genießen kann. Wir wollen die Reisenden dazu animieren, Neues zu erkunden und Spaß zu haben“, sagt Christian Smart, General Manager Deutschland bei Travelzoo. Der internationale Herausgeber von Reiseangeboten hat sich auf exklusive Deals spezialisiert, die außerhalb der typischen Reisesaison liegen und nicht überlaufen sind – und liegt damit offenbar im Trend: Die meisten deutschen Reisenden würden sogar mehr Geld für ihren Urlaub investieren, wenn ihnen das eine ruhige Zeit abseits der Massen verschafft: Mehr als zwei Drittel (71 Prozent) wären bereit, bei einer einwöchigen Reise 200 Euro oder mehr zu bezahlen. Jeder Fünfte (20 Prozent) würde mehr als 500 Euro oder mehr ausgeben und immerhin 8 Prozent sogar 1.000 Euro oder mehr.

 

 

[1] Im Auftrag von Travelzoo befragte das Marktforschungsinstitut Norstat im Januar 2019 insgesamt über 8.000 Personen ab 18 Jahren, darunter 1.000 Personen aus Deutschland zum Thema „Overtourism und Umweltschutz“. 

[2] Mehrfachantworten möglich

 

Über die Umfrage:

Die globale und repräsentative Umfrage wurde im Januar 2019 vom Marktforschungsinstitut Norstat in Kooperation mit der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) durchgeführt. Insgesamt wurden über 8.000 Personen aus Deutschland, Frankreich, Spanien, UK, China, Japan, Kanada und den USA ab 18 Jahren, die ein ausgewogenes Abbild der einzelnen Bevölkerungen in Bezug auf Alter, Geschlecht, Bildung, Beruf und Herkunft wiedergeben, befragt. Mehrfachantworten waren teilweise möglich.

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