München,
25
Juni
2015
|
11:51
Europe/Berlin

Skepsis überwiegt: Sharing Economy

Travelzoo setzt repräsentative Umfrage um

Im Zuhause einer fremden Person übernachten? Deutsche stehen dieser relativ neuen Entwicklung der Reisebranche eher skeptisch gegenüber. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Travelzoo. Bislang haben nur 11 Prozent der mehr als 2.000 Befragten schon einmal die Angebote so genannter Sharing Economy Plattformen genutzt. Auf diesen können Privatpersonen Urlaubern ihre Wohnungen, Zimmer oder Häuser als Ferienunterkunft zur Verfügung stellen. Nicolas Günther, Head of Sales von Travelzoo Deutschland, stellte die Ergebnisse der groß angelegten Travelzoo-Studie heute auf den VIR Online Innovationstagen in Berlin vor.

Neugierde trifft auf Skepsis
Schon auf dem ITB Kongress 2015 präsentierte Travelzoo einige Zahlen zum Thema Sharing Economy. „Bei der Vorbereitung unseres ITB-Vortrags mit internationalen Ergebnissen ist uns aufgefallen, dass die Deutschen im Ländervergleich besonders konservativ geantwortet haben“, so Günther. „Dies haben wir zum Anlass genommen, in einer neuen Studie repräsentativ nachzufragen und tiefer ins Detail zu gehen.“ Dabei zeigte sich, dass den Deutschen Sharing Economy durchaus ein Begriff ist. So geben 46 Prozent der Befragten an, schon viel von der Urlaubsform gehört zu haben. Knapp über ein Drittel ist zwar noch nie auf diesem Wege verreist, wäre aber durchaus nicht abgeneigt (34 Prozent). „Allerdings haben 55 Prozent Bedenken, was die Sauberkeit, die Zahlung und den Ablauf betrifft“, sagt Günther. „Interessanterweise vor allem die 18- bis 24-Jährigen mit 62 Prozent.“ Des Weiteren herrscht allgemein großes Unwohlsein bei dem Gedanken daran, im Zuhause einer fremden Person zu übernachten. Etwas über die Hälfte der Deutschen äußert sich entsprechend (51 Prozent). Hier sind insbesondere Personen ab 55 Jahren vorsichtig (56 Prozent).

Sharing Economy versus Hotellerie
„Alles in allem können wir die allgemein geläufige Annahme, Sharing Economy sei nur etwas für junge Leute, widerlegen“, sagt Günther. „Denn 47 Prozent der Deutschen sind der Auffassung, dass die Angebote auch für Ältere interessant sind.“ Allerdings hoffen vor allem Jüngere zwischen 18 und 24 Jahren (70 Prozent), auf diesem Wege Geld sparen zu können. Über alle Altersgruppen hinweg hegen 47 Prozent diesen Gedanken.

„Das Interesse an Sharing Economy betrifft eher die eigene Nachfrage an den privaten Ferienunterkünften“, ergänzt Günther. „Denn für 78 Prozent der Deutschen würde es nicht in Frage kommen, ihr eigenes Zuhause für diese Zwecke anzubieten.“ Hier ist jedoch anzumerken, dass selbst die an dieser Stelle positiv gestimmten 12 Prozent eine große Herausforderung für die Hotellerie darstellen können, sollten sie tatsächlich aktiv werden. Das Angebot wäre nicht zu unterschätzen. Aktuell gibt jedoch etwas mehr als die Hälfte der Deutschen an, nicht auf die Services und Annehmlichkeiten eines Hotels verzichten zu wollen – insbesondere Personen ab 55 Jahren (57 Prozent). Dem gegenüber sagen 31 Prozent der Befragten, Privatwohnungen seien sicher gemütlicher als Hotelzimmer.

„Die Hotellerie sollte sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren“, schließt Günther. „Wenn man bedenkt, dass die größten Zweifel an Sharing Economy bezüglich der Sauberkeit, Zahlung und Abläufe geäußert werden, ist das ein Punkt, an dem mit sehr gutem und verlässlichem Service angesetzt werden kann. Wenn diese Basisfaktoren erfüllt sind, kann sich ein Hotelier auf sein klares Leistungsprofil konzentrieren und differenziert am Markt auftreten. Services sind Hotelgästen einiges wert. Mit der Kombination aus verlässlicher Qualität und attraktiven Dienstleistungen wird die Hotellerie auch in Zukunft punkten können.“

Ergänzende Befragung zur aktuellen Diskussion
Seit einiger Zeit wird Kritik laut, dass manche kommerzielle Anbieter die Plattformen zweckentfremden und mehrere Wohnungen ganzjährig anbieten, da sich so mehr Geld verdienen lässt als über Mieten. Um die aktuelle Diskussion aufzugreifen, hat Travelzoo eine ergänzende Umfrage unter mehr als 1.000 seiner reiseinteressierten Mitgliedern umgesetzt. Hier zeigte sich, dass 37 Prozent der Umfrageteilnehmer für das verstärkte Einrichten von Kontrollinstanzen sind. So soll gewährleistet werden, dass der vermietete Wohnraum tatsächlich von Privatpersonen angeboten wird. Darüber hinaus ist fast ein Viertel der Meinung, Hotellerie und Plattformen wie Airbnb müssten die gleichen Steuern und Brandschutzbedingungen einhalten (24 Prozent). Nicht zuletzt befürchten 17 Prozent, dass aufgrund dieser Entwicklung auf lange Sicht weniger Wohnraum in beliebten Vierteln zur Verfügung stehen wird. Des Weiteren merken 14 Prozent an, dass in deutschen Metropolen in diesem Zusammenhang die Mieten steigen werden. 15 Prozent finden die ganze Diskussion nichtig – das Thema sei nur ein vorübergehender Trend. Es waren Mehrfachantworten möglich.

Zur Methodik: Für die repräsentative Umfrage befragte Travelzoo im Januar 2015 2.005 Bewohner Deutschlands über Insa Consulere. Die ergänzende Umfrage wurde im Mai 2015 unter 1.012 reiseinteressierten Travelzoo-Mitgliedern umgesetzt. Es waren Mehrfachantworten möglich, diese Angaben sind nicht kumulativ.

Unternehmensinformationen

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